75 Jahre Braugersten-Gemeinschaft: Gemeinsam für die Zukunft der Braugerste Jubiläumsfeier in München würdigt 75 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Pflanzenzüchtung, Wissenschaft, Mälzereien und Brauereien.
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München, 26. Oktober 2026
Mit einem Festabend auf dem Stiftungsgut Freiham in München feierte die Braugersten-Gemeinschaft e.V. am 22. Oktober 2026 ihr 75-jähriges Bestehen. Zahlreiche Vertreter aus Landwirtschaft, Pflanzenzüchtung, Wissenschaft, Malz- und Brauwirtschaft sowie ehemalige Vorstands- und Beiratsmitglieder waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf die Entwicklung der Gemeinschaft zurückzublicken und über die Herausforderungen der Zukunft zu sprechen.
Den Auftakt der Jubiläumsveranstaltung bildeten Führungen durch die Stiftungsbrennerei der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung sowie das Getreide- und Malzlager der Augustiner-Bräu Wagner KG. Dabei erhielten die Gäste Einblicke in die hochwertige Restaurierung des Stiftungsgutes und der aktuellen Nutzung der historischen Gebäude. Anschließend ging die Veranstaltung in einen festlichen Abend über, bei dem neben dem Rückblick auf die Vereinsgeschichte insbesondere das persönliche Engagement zahlreicher Wegbegleiter im Mittelpunkt stand.
75 Jahre im Dienst der Braugerstenqualität
In seiner Festrede erinnerte der Erste Vorsitzende der Braugersten-Gemeinschaft, Dr. Georg Stettner, an die Gründung am 15. Dezember 1951 in Stuttgart. Damals hatten sich elf Verbände zusammengeschlossen, um den Qualitätsgerstenbau im Nachkriegs-Deutschland gemeinschaftlich zu fördern. Aus dieser Initiative entwickelte sich eine bundesweit anerkannte Plattform, die bis heute die Interessen von Pflanzenzüchtung, Landwirtschaft, Malzwirtschaft und Brauereien zusammenführt.
Ein besonderer Meilenstein war die Einführung des sogenannten Berliner Programms im Jahr 1997, das seit 2005 durch großtechnische Praxisversuche und die Arbeit eines branchenübergreifenden Sortengremiums ergänzt wird. Dieses gemeinschaftlich finanzierte Forschungs- und Bewertungsprogramm ermöglicht es, neu zugelassene Braugerstensorten unter praxisnahen Bedingungen auf ihre Malz- und Brauqualität zu untersuchen und geeignete Sorten schneller in der landwirtschaftlichen und industriellen Praxis zu etablieren.
Stettner würdigte insbesondere die Leistungen seiner Amtsvorgänger und begrüßte die anwesenden Ehrenvorsitzenden Dr. Hans-Georg Eils, Dr. Horst-Gevert Bellmer und Hans-Albert Ruckdeschel sowie zahlreiche ehemalige Vorstands- und Beiratsmitglieder. Sie hätten mit Weitblick und persönlichem Engagement entscheidend dazu beigetragen, die Braugersten-Gemeinschaft auch durch schwierige Zeiten zu führen.