Europabericht für Sommergerste – November 2019

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Überschuss trotz heterogener Qualitäten in Europa

Die Sommergerstenernte 2019 ist in Europa weitestgehend durchgehandelt. Frankreich und Großbritannien haben den Markt früh und günstig bedient. Trotz des qualitativ uneinheitlich und teilweise sehr schwachen Angebots geht der Markt von einem Überschuss in Europa aus. Die Mälzer sind gut ausgelastet.

Überschussgebiete für Sommerbraugerste in diesem Jahr in Europa sind im Wesentlichen Frankreich, Dänemark und Großbritannien. Anbieter in Frankreich gehen allerdings davon aus, dass die Mälzer Proteingehalte bei einem Minimum von neun Prozent tolerieren müssen. Der Überschuss an Sommergerste wird dennoch  bei 2,1 Mio.t gesehen. Eine kleinere Rapsfläche in Frankreich ließ die Fläche für Sommergerste wachsen(siehe Tabelle). Der Überschuss an Sommergerste aus Dänemark bleibt bei 890 000 t und damit auf einem ähnlichen Niveau wie in normalen  Jahren. Der deutlich bessere Ertrag als im Vorjahr kann die reduzierte Fläche ausgleichen. Von einem Exportplus in Höhe von 450 000 t gehen England und Wales aus. Hier ist bereits viel Ware geflossen. Die Unsicherheiten wegen des Austrittsdatums des Landes aus der EU unterstützen die Aktivitäten. Ein hoher Anteil an Braugerste mit qualitativ guten Ergebnissen macht diesen Überhang möglich.

Zuschussbedarf hat wie in jedem Jahr Deutschland. Die Qualitäten hier sind in diesem Jahr wieder  sehr unterschiedlich ausgefallen. Rund 54 Prozent der Ernte entfallen auf Braugerste. Von rund 1,1 Mio.t Importbedarf wird ausgegangen. Besonders in den Südwesten Deutschlands  sind bereits Mengen aus Frankreich und  Großbritannien geflossen. Hier geht es häufig wieder um die günstiger angebotene Sorte Planet, auch mit einem schwachen Eiweißgehalt. Einfuhrbedarf hat auch Österreich. Die deutliche Unterversorgung von 30 000 bis 40 000 t muss ausgeglichen werden. Von einem Importbedarf spricht ebenso Polen. Hier wird von rund 300 000 t ausgegangen. Zukaufbedarf in Höhe von 60 000 bis 90 000 t haben auch die Tschechen.  Hier ist die Ernte zum dritten Mal in Folge niedrig ausgefallen. Schwache Qualitäten prägen das Bild sowohl in Tschechien als auch der Slowakei. Während bisher immer mal wieder Ware von Tschechien nach Bayern geflossen ist, läuft die Ware in diesem Jahr eher den umgekehrten Weg.

Trotz der uneinheitlichen und regional sehr mäßigen Qualitäten in Europa wird von einem Überschuss an Sommerbraugerste in Höhe von etwa 800 000 t ausgegangen. Hier handelt es sich zu einem großen Anteil um die Sorte Planet. Etwa die gleiche Menge an Überschuss wird auch bei sechszeiliger Winterbraugerste gesehen. Unverkaufte Sommergerste liegt noch in Dänemark. Hier ist die Ware aufgrund der preisgünstigen Offerten aus Frankreich und Großbritannien nicht in gewohntem Maß abgeflossen. Allerdings findet sie im Futtergerstenexport zunehmend Käufer. Das kann den Markt entlasten. Aktuell ist der Markt für Sommerbraugerste in Europa ruhig gestimmt. Bis zum Frühjahr 2020 wird nicht mit großen Entwicklungen gerechnet. Mälzer sind gut verkauft. Die Nachfrage nach Malz war gut. Brauer mit Spotbedarf stoßen nicht immer auf  Resonanz. Neue Abschlüsse berücksichtigen in Kombination die Ernte 2020. So wird eine Planet aus Frankreich der Ernte 2019 Mitte November 2019 fob Mosel mit 168,00 €/t Basis Juli oder 170,00 €/t bis 172,00 €/t im November angeboten.  Ernte 2020 hat einen Kurs von 192,00 €/t bis 194,00 €/t fob Mosel Basis Juli 2020. Dänische  Gerste ist mit 173,00 €/t Basis Januar offeriert. Britische Gerste hat einen Kurs von 168,00 €/t Basis Januar und 166,00 €/t Basis November. Hier bleiben die Unsicherheiten bezüglich des Brexits. Franko Oberrhein sind Sorten aus dem Berliner Programm mit 205,00 €/t Basis Januar angeboten.  Die neue Ernte hat einen Kurs von 218,00 €/t Basis Oktober 2020.

Der Anbau an Sommergerste für das kommende Jahr wird in Europa unterschiedlich eingeschätzt. Frankreich geht zunächst von einer Reduzierung auf 575 000 ha aus. Allerdings sind die aktuellen Aussaatbedingungen für  Wintergetreide unvorteilhaft. Diese Umstände bergen Potential für mehr Fläche im kommenden Frühjahr. Auch in Großbritannien sind die Felder im Moment sehr feucht und nur schwer zu befahren. Eine Ausdehnung auf 520 000 ha in England und Wales wird für möglich gehalten. Auch Dänemark geht von einer größeren Fläche in Höhe von 515 000 ha aus. In Deutschland wird im besten Fall mit einer unveränderten Fläche gerechnet. Ein weiterer Rückgang von etwa zehn Prozent ist aber auch denkbar. Keine Flächenerholung für Sommergerste sehen die Österreicher. Sie gehen von einer größeren Fläche an Winterbraugerste aus. Ein Rückgang der Fläche wird aufgrund der schlechten Erfahrungen aus den vergangenen Jahren  auch in Tschechien und der Slowakei erwartet. In Polen ist dagegen ein wieder größerer Anbau denkbar.

Der Europabericht wurde uns freundlicherweise von Frau Hofnagel, Agrarzeitung, zur Verfügung gestellt.

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