Europabericht für Sommergerste – Juni 2018

Tabelle zum Download >>>>hier

Trockenheit wirkt sich auf Erträge aus

Bis auf Frankreich und Großbritannien klagen fast alle Regionen in Europa über Trockenheit während der Vegetationsperiode. Auswirkungen auf die Erträge sind bereits erkennbar. In wie weit die Qualitäten beeinträchtigt sein werden, ist abzuwarten. Das Risiko eines hohen Proteingehaltes besteht.

Frankreich ist zwar mit weniger Fläche an Sommergerste in diesem Jahr vertreten. Der Anteil der Braugerste könnte aber mit 64 Prozent größer als 2017 ausfallen. Die Saat wurde mit einer Verzögerung von etwa drei Wochen ausgebracht. Die Pflanzen erholen sich von den zu nassen Bedingungen während der Aussaat. Die Erträge entwickeln sich gut bei reichlichen Regenfällen. Hier wächst eine gute Ernte heran. Die andauernden Streiks in diesem Land könnten allerdings zu Behinderungen beim Transport führen. Auch in Großbritannien wurde die Saat regional aufgrund von überdurchschnittlichen Regenfällen deutlich später als in anderen Jahren ausgebracht. Einige Flächen wurden gar nicht mehr bestellt. Aufgrund der späteren Aussaat werden geringere Erträge erwartet. Die Fläche in Dänemark ist auf Grund der schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst deutlich ausgedehnt. Verzögerungen bei der Aussaat  von zwei bis vier Wochen sind auch hier an der Tagesordnung. In den vergangenen Wochen hat es zudem so gut wie nicht geregnet. Negative Auswirkungen auf die Erträge werden bereits Anfang Juni vermutet. Generell waren die Bedingungen in Skandinavien und dem Baltikum nicht perfekt. Zu wenig Regen und hohe Temperaturen haben die Pflanzen nach der Aussaat beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass auch in Dänemark aufgrund der großen Fläche zwar hauptsächlich zertifiziertes Saatgut ausgebracht wurde, die bedeutendsten Braugerstensorten aber ausverkauft waren. Auch in Schweden werden die Ertragserwartungen mit jedem weiteren warmen Tag reduziert. Auch wenn es regionale Unterschiede gibt, wird nicht mehr von normalen Erträgen in fast allen Regionen ausgegangen. Besonders die frühen Standorte sind betroffen. In Finnland ist von einer kleinen Einschränkung der Fläche aufgrund der niedrigen Erlöse und dem Wechsel zu Hülsenfrüchten die Rede. Die Aussaat startete 5-10 Tage später aufgrund der Kälte im April. Hohe Temperaturen und trockene Bedingungen sorgten für eine zwar schnelle aber uneinheitliche Entwicklung der Bestände.

Nach nicht überall optimalen und verspäteten Aussaatbedingungen ist die Sommergerste in Deutschland jetzt regional aufgrund der Trockenheit beeinträchtigt. Der Norden und Nordosten ist verstärkt betroffen. In Niedersachsen leidet die Gerste trotz Beregnung. In Sachsen stehen die Bestände aufgrund der Trockenheit dünn auf kurzen Halmen. Spätere Niederschläge könnten zu Zwiewuchs führen. Im Westen und Südwesten war es zunächst zu kalt und zu nass. Hier leiden die Bestände nur teilweise unter der Trockenheit. Im Großen und Ganzen stehen die Bestände hier gut. Auch im Süden  hat es immer wieder geregnet und die Situation entspannt. In Baden-Württemberg beispielweise ist von gesunden Beständen die Rede. Dennoch gibt es auch hier regional Trockenschäden. Die Braugerstengemeinschaft e. V. geht von einer durchschnittlichen Ernte in Deutschland aus.

Verzögerungen bei der Aussaat von etwa 14 Tagen hat es auch in Österreich gegeben. In vielen  Regionen treten massive Trockenheitsprobleme auf. Hier geht man nach einer weiteren trockenheitsbedingten Missernte in einigen Regionen davon aus, dass die Fläche im kommenden Jahr ein weiteres Mal reduziert wird. In Tschechien wird bestenfalls eine durchschnittliche Ernte erwartet. Der heiße April und Mai mit einer zu niedrigen Wasserversorgung zeigen ihre Spuren. Die Erträge werden niedriger als in anderen Jahren eingeschätzt. Das Risiko hoher Eiweißwerte besteht, wenn es keine signifikanten Regenfälle in den kommenden Wochen gibt. Auch in der Slowakei werden niedrigere Erträge aufgrund ähnlicher Witterungsverhältnisse erwartet. Die Aussaat hat hier zudem aufgrund von starken Regenfällen nach dem optimalen Zeitpunkt stattgefunden. Eine spätere Aussaat und ebenfalls trockene Bedingungen in April und Mai mit unterschiedlichen und zu geringen Regenfällen haben auch in Ungarn zu einer schwachen Entwicklung der Pflanzen geführt. Nasse und kalte Witterungsbedingungen charakterisierten auch die Aussaat in Polen. Sie fand etwa 15 Tage später als in anderen Jahren statt. Speziell die Bestände auf schwachen Böden leiden unter der Trockenheit. Schwache Erträge werden erwartet. Eine um rund 20 Prozent kleinere Ernte wird für möglich gehalten.

Die schwierigen Aussichten auf die kommende Ernte machen sich bei den Preisen in der Zwischenzeit bemerkbar. Fob Dänemark haben die Kurse teilweise mehr als  20,00 €/t angezogen und liegen Mitte Juni für Basis Oktober wieder bei 202,00 €/t. Zwischenzeitlich waren sie auf 207,50 €/t hochgelaufen. Großbritannien wird gleichpreisig gesehen. Franko Oberrhein Basis Oktober werden 230,00 €/t genannt.  Auch für den Anschluss an die neue Ernte mussten die Käufer hier mittlerweile 228,00€/t zahlen. Abzuwarten bleiben jetzt die noch die Auswirkungen auf die Qualitäten. Für die neue Ernte ist die Abgabebereitschaft der Landwirtschaft sehr klein. Die Prämie zur Futtergerste liegt dennoch bei beachtlichen 30,00 bis 40,00 €/t. Winterbraugerste kann einen Teil des Ausfalls bei der Sommergerste ausgleichen. Die Ware ist seitens der Brauer für das zweite Halbjahr 2019 nachgefragt.

Die Daten wurden uns freundlicherweise von Frau Hofnagel, Agrarzeitung, zur Verfügung gestellt.

 

 

Kontakt

Telefon

089 / 286604-31

E-Mail

koenig@braugerstengemeinschaft.de; kramer@braugerstengemeinschaft.de

Geschäftsstelle

Die Geschätsstelle der Braugersten-Gemeinschaft e.V. befindet sich im MÜnchner Brauerhaus in Bürogemeinschaft mit dem Bayerischen Brauerbund e.V. Die Zentrale für beide Vereine ist über die Telefonnummer 089/286604-0 erreichbar. Geschäftsführer Dipl. Ing. Walter König ist in dringenden Fällen auch mobil unter der Nummer 0170/7846205 erreichbar

Fields marked with an * are required