Endgültiger Erntebericht über die Braugerstenernte 2021 in Deutschland

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Bereits im September 2021 hat die Braugersten-Gemeinschaft e.V. auf der Basis erster Analysenergebnisse der „Besonderen Ernteermittlung“ in den Landwirtschaftskammern und Landesanstalten für Landwirtschaft sowie den Qualitätsdaten der erfassten Partien in der deutschen Malzwirtschaft einen ersten Erntebericht erstellt. Vor dem Hintergrund der witterungsbedingt schleppenden Ernte und der Heterogenität der Ernteware wurde der Bericht von der Branche jedoch als zu optimistisch und wenig belastbar bewertet. Nach Abschluss aller Erhebungen und Auswertung aller erfassten Qualitätsdaten aus der Ernte 2021 wurden die Prognosen aus dem ersten Bericht jedoch in den meisten Fällen bestätigt. Lediglich musste in Bayern aufgrund eines niedrigeren Durchschnittsertrags je ha sowie des Auftretens von Auswuchs bei spät und sehr spät geernteten Partien, die erwartete Braugerstenmenge um 50.000 t reduziert werden. Auch aus Hessen werden ca.  werden ca. 9.000 t Braugerste weniger erwartet, als noch im September. Dagegen werden aus rheinlandpfälzischem Anbau rund 15.000 t mehr braufähige Ware erwartet, als prognostiziert. Insgesamt rechnen die Experten aus den Landesverbänden, ausgehend von einer Gesamternte von 1,6 Mio. t Sommergerste nach Bewertung der Qualitätsergebnisse mit rd. 1 Mio. t Qualitätsbraugerste in Deutschland. Der durchschnittliche Rohproteingehalt liegt mit 10, 5 % über alle Bundesländer im Optimalbereich. Die Verteilung über die einzelnen Eiweißfraktionen bewegt sich demnach im Durchschnittswert. Lediglich Nordrhein-Westfalen fällt mit einem Anteil von 90 % der Ware über 11,5 % Eiweiß als Hocheiweißregion aus der Reihe. Die Sortierung ist Praxismustern zufolge unzureichend und unterdurchschnittlich, was sich mit einem durchschnittlichen Vollgerstenanteil von 87,5 % (93,2 % Vorjahr) nicht wirklich widerspiegelt. Auch der Blick auf die Sortierungen der erfassten Praxisware in deutschen Mälzereien bringt keine Klärung in die gefühlte Diskrepanz zwischen praktischem Marktgeschehen und amtlicher Datenerfassung. Im Rahmen der Beiratssitzung der Braugersten-Gemeinschaft e.V. wagten die Experten aus den Landesförderverbänden eine erste Prognose für die Aussaat 2022. Trotz des insgesamt angespannten Getreidemarktes konnte sich die Braugerste durch das europaweit knappe Angebot weit von der Futtergerste abheben. Mit einer aktuellen Braugerstenprämie von über 100 €/Tonne werden in Verbindung mit ackerbaulichen Vorzügen des Sommergerstenanbaues insgesamt positive Impulse für den Braugerstenanbau erwartet. Auch die Futterreserven sind nach der guten Ernte 2021 aufgefüllt. Für die Brau- und Malzwirtschaft gilt es, über langfristigere Strategien und den Ansatz der Nachhaltigkeit dem regionalen Braugerstenanbau neue Impulse zu geben. Die Bemühungen um regionale Konzepte zur Rohstoffsicherung in deutschen Brauereien jedweder Größenklasse sind sicherlich hierfür ein wegweisender Ansatz.

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