Europabericht für Sommergerste – Dezember 2016

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Das Angebot an Braugerste bleibt knapp

Das Angebot an Braugerste aus diesem Jahr in Europa bleibt knapp. Regional sehr schwache Ernten führen zu einer kleineren Menge. Die Preise halten dennoch seit einiger Zeit ihr Niveau.

Die Versorgung europäischer Mälzer und Brauer mit Braugerste aus der Ernte 2016 fällt knapp aus. Dank der Überhänge aus der Ernte 2015 bleibt der Markt im Moment aber relativ entspannt. Ein großer Teil der Abschlüsse wurde bereits vor der diesjährigen Ernte getätigt. Die Deckung der Verarbeiter wird als gut beschrieben. Dennoch besteht noch Handlungsbedarf für die erste Jahreshälfte 2017. Die Prämie für Braugerste zur Futtergerste liegt bei 35,00 und 40,00 €/t, teilweise sortenabhängig auch darüber. Der Überhang an Sommerbraugerste aus der diesjährigen Ernte in der EU wird als sehr klein eingeschätzt. Die Versorgung bis zum Anschluss an die neue Ernte 2017 könnte eng werden. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung wird wieder die Keimfähigkeit der eingelagerten Ware werden.

Besonders betroffen von schwachen Ernteergebnissen bleibt Frankreich. Sowohl Winter- wie Sommerbraugerste bringen nicht die erwartete Leistung. Lediglich 15 Prozent der Wintergerstenernte entfallen auf Brauqualitäten. In normalen Jahren ist es die doppelte Menge. Die Sommergerste ist ebenfalls durch schwache Qualitäten und Quantitäten gekennzeichnet. Der Exportüberschuss an Gerste generell aus diesem traditionellen Ausfuhrland wird um mindestens ein Drittel geringer ausfallen als in anderen Jahren. Normalerweise liegt er bei 1,5 bis 2,0 Mio. t. Die Ware wird als sehr heterogen und schwer einschätzbar für eine verlässliche Bilanz beschrieben.

Für Entlastung auf dem Weltmarkt sorgen die Australier. Sie können die Nachfrage aus dem asiatischen Raum bedienen, die normalerweise auch aus Frankreich beliefert werden. Unter anderem aufgrund dieser Tatsache halten die Kurse in Europa seit Wochen ihr aktuelles Niveau.

Für Versorgungsausgleich in Europa aufgrund der angespannten Lage in Frankreich können die Dänen sorgen. Hier wurde zwar die Fläche ausgedehnt. Die Erträge haben aber aufgrund von Trockenheit dort auch gelitten. Die Proteinwerte fallen teilweise etwas höher aus. Dennoch können sie eine gute durchschnittliche Qualität liefern. Die Ernte fällt etwa so groß aus wie im vergangenen Jahr. Nach wie vor halten es Marktteilnehmer für möglich, dass die Dänen die diskutierten 900000 bis 1,0 Mio. t ausführen könnten.

Auch die britischen Farmer brachten eine durchschnittliche Ernte mit etwas schwächeren Erträgen als im Vorjahr ein. Fehlende Sonne in der Kornfüllungsphase war eine Ursache. Dennoch sorgen auch diese Herkünfte für die Versorgung in Europa.

Die Sortierung bei der deutschen Braugerste fällt trotz eines unbefriedigenden Gesamtniveaus laut Braugerstengemeinschaft e.V. etwas besser als erwartet aus. Dennoch prognostizieren die Experten eine niedrigere Selektionsquote. Grund dafür ist der nicht immer gute phytosanitäre Zustand der eingelagerten Partien.

Die Kurse für eine Sommergerste liegen Anfang Dezember franko Oberrhein Im Januar bei 205,00 bis 206,00 €/t. Fob Mosel werden Basis Juli 2016 je nach Sorte 195,00 bis 202,00 €/t genannt. Fob Dänemark werden im Januar 181,00 €/t besprochen. Fob Großbritannien liegen sie mit 183,00 €/t leicht über diesem Niveau und zeichnen die enge Versorgung bereits etwas ab.

Für das kommende Frühjahr wird in Europa nicht mit größeren Veränderungen in der Fläche gerechnet. Lediglich regionale Verschiebungen in den Anbauregionen sind zu erwarten. So wird beispielsweise in Großbritannien von einer größeren Fläche in Höhe von rund 17 % ausgegangen.

 

Dieser Bericht wurde uns freundlicherweise von Frau Hofnagel, Agrarzeitung zur Verfügung gestellt

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