1. Erntebericht für die Sommergerstenernte in Deutschland 8.10.2020

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Das Ergebnis der deutschen Sommergerstenernte 2020 ist in vielen Regionen besser als es die heterogene Witterung und die Hochrechnungen während der Ernteinformationsveranstaltungen erwarten ließen. Auf der Grundlage der Auswertungen der Besonderen Ernteermittlungen in den Ländern sowie stichpunktartiger Annahmeanalysen des Handels und der Mälzereien hat die Braugersten-Gemeinschaft e.V. einen ersten Erntebericht erstellt. Auf rund 350.000 ha Ackerfläche wurde in 2020 in Deutschland Sommergerste erzeugt. Dies entspricht in etwa der Fläche des Vorjahres. Nach sehr guten Aussaatbedingungen in gut abgetrocknete und lockere Böden hatte die Sommergerste in weiten Teilen Deutschlands einen schlechten Start. Fast 6 Wochen ohne Niederschlag und ungewöhnlich hohen Temperaturen im April und Anfang Mai sorgten vielerorts für lückige und dünne Bestände. Kühlere Temperaturen und die ersehnten Niederschläge im Mai konnten drohende Schäden durch die extreme Frühjahrstrockenheit gerade noch verhindern. Im Vergleich zum Vorjahr blieben bei moderaten Sommertemperaturen und gut verteilten Niederschlagsmengen die „Extremwetterlagen mit „Heißtagen“ und Starkregenereignissen während der Vegetationszeit nahezu aus. Erst mit dem Beginn der Abreife und zur Ernte wurden wenige „Heißtage“ registriert. Die gute Wasserversorgung und die moderaten Temperaturen während der Bestockungs- und Kornfüllungsphase brachten eine gute Nährstoffversorgung und ein gleichmäßiges Pflanzenwachstum. Lokale Trockenschäden und unterdurchschnittliche Bestockungen waren jedoch bis zur Ernte sichtbar und haben insbesondere zu Ertragseinbußen sowie zu Zwiewuchs geführt. Ertragsmindernd wirken sich neben der Mangelversorgung auch sehr kalte Nachttemperaturen im Mai auf die Einkörnung der Ähren aus, so dass auch bei Sommergerste Laternenblütigkeit bzw. Taubährigkeit beobachtet wurde.

Trotz vieler widriger Umstände kann sich das Ergebnis der Sommergerstenernte 2020 in Deutschland sehen lassen. Mit einem Durchschnittsertrag von 53,9 dt/ha (53,1 dt/ha in 2019) konnten ca. 1,9 Mio. Tonnen Sommergerste geerntet werden. Aufgrund des durchschnittlichen Anteils an Partien mit einem Eiweißgehalt von 9 bis 11,5 % sowie einer sehr guten Sortierung ist die Selektionsrate aus der Gesamtsommergerstenmenge hoch, so dass mit einer Braugerstenmenge von knapp 1,2 Mio. t gerechnet wird. Der durchschnittliche Eiweißgehalt beträgt 11,0 %.

Lediglich 3 % der Partien weisen einen Eiweißgehalt von <9,0 % auf. 14 % der Partien liegen mit einem Eiweißgehalt von >12,5 % außerhalb des Annahmebereiches. Positiv überraschte die gute Kornqualität der Ernteware. Mit einem durchschnittlichen Vollgerstenanteil von 93,2 % übertrafen die Druschergebnisse die Erwartungen. Aufgrund der trockenen und warmen Witterung zu Beginn der Vegetationsperiode waren kaum Krankheiten in der Sommergerste aufgetreten. Spätere Blattkrankheiten sowie Schädlinge konnten mit den zur Verfügung stehenden Pflanzenschutz-maßnahmen behandelt werden. Die warme, größtenteils regenfreie Abreife hat bei den Beständen zu einem guten phytosanitären Zustand und zu optisch makelloser Ernteware geführt. Nur sehr kurze Regenunterbrechungen während der Ernte ermöglichten das Einbringen der Ware in trockenem und gesundem Zustand.

Die Hauptsorten, die sich 2020 im Anbau befanden sind Avalon, Solist, Leandra, Quench, Accordine und RGT Planet.

Der endgültige Erntebericht der Braugersten-Gemeinschaft e.V. erscheint Mitte November 2020.

Unser Dank gilt dem Deutschen Mälzerbund e.V. für die Erhebung von stichprobenartigen Erntemustern, die mit den Daten der Besonderen Ernteermittlung in der beiliegenden Tabelle verrechnet sind.

 

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