2. Europabericht für Sommergerste Juni 2016

Bessere Nachfrage nach Sommergerste

Bedenken zu Qualität und Quantität der kommenden Ernte

Die Sommergerste in Europa hat sich in diesem Jahr mit unterschiedlichen Witterungsbedingungen auseinanderzusetzen. Einerseits beeinträchtigt Trockenheit den Aufwuchs. Auf der anderen Seite gibt es Sorgen um Qualitäten und Quantitäten aufgrund hoher Niederschläge.

Wenn die Fläche in Dänemark auch größer als im Vorjahr ausfällt, hat ein nasses Frühjahr die Aussaat zunächst um eine bis vier Wochen verzögert. Mittlerweile warten die Pflanzen auf Regen. Im Osten des Landes – auf den Inseln – besteht die Gefahr von Trockenheit. Spitzenerträge werden aus heutiger Sicht nicht mehr erwartet. Auch in Schweden werden die Ertragserwartungen wegen der Trockenheit in einigen Regionen des Landes in den vergangenen Monaten zurückgeschraubt. Während Landwirte im Norden noch mit einer normalen Ernte rechnen, fallen die Auswirkungen der Trockenheit im Süden und auf leichten Böden etwas deutlicher aus. Allerdings ist Regen vorausgesagt. Mit ähnlichen Bedingungen haben auch die Farmer in Finnland zu kämpfen. Trotz lokaler heftiger Regenfälle im Südwesten und ein paar Frostschäden im Nordwesten präsentiert sich der Aufwuchs mittlerweile gut. Der notwendige Regen ist mittlerweile gefallen.

In Frankreich dagegen hat es heftige Regenfälle gegeben. Sie kamen aber zu früh, um einen deutlich negativen Einfluss auf die Sommergerste ausüben zu können. 86 % der Bestände sind in gutem bis sehr gutem Zustand. In der vergangenen Woche wurde diese Bewertung allerdings von bis dahin 91 Prozent zurückgenommen. 85% waren es zu dieser Zeit im vergangenen Jahr. Das Ährenschieben liegt bei 40 %. Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 80 %. Betroffen von den Regenfällen sind die Wintergerstenflächen in ganz Frankreich. Kleinere Erträge, Pilzkrankheiten und speziell Fusarien könnten ein Thema werden. In Großbritannien haben kräftige Regenfälle von März bis Mitte April zu einer Verzögerung der Aussaat um drei bis vier Wochen geführt. Bisher konnten die Verzögerungen im Laufe des Aufwuchses nicht immer ausgeglichen werden. Dennoch wird auf der Insel von einer ausreichenden Menge und auch ordentlichen Qualitäten ausgegangen.

In Deutschland ist der Vegetationsverlauf ebenfalls durch anhaltende und teilweise sehr starke Regenfälle gekennzeichnet. Regional ist von erhöhtem Pilzbefall die Rede. In Niedersachsen war trotz der Regenfälle Beregnung notwendig. Im mittleren Westen und Südwesten gibt es in sehr dichten Beständen keine Probleme trotz des starken Regens. Die Braugerstengemeinschaft e.V. rechnet nicht mit nennenswerten Einbußen der gesamten Erntemenge. Die Fläche wurde deutlicher reduziert als bisher angenommen. In den Niederlanden hat eine nasse Witterungsperiode zu Verzögerungen bei der Aussaat geführt. Aktuell stehen die Bestände aber bei einer normalen Entwicklung in der Blüte.

Auch in Österreich fällt die Fläche an Sommergerste im Vergleich zum Vorjahr deutlich kleiner aus als zunächst angenommen. Unzureichende Preise für die Landwirte sind der Hauptgrund. Die Bestände präsentieren sich sehr gut. Der Niederschlag war ausreichend. Krankheiten gibt es kaum. In Polen litt die Saat im Norden, Westen und in der Mitte des Landes unter der Trockenheit im Mai. Der Süden präsentiert sich dagegen gut bis sehr gut. Dennoch werden niedrige Erträge und eine nur durchschnittliche Ernte erwartet. Die bisherige Entwicklung wird aufgrund der verspäteten Aussaat nach Auswinterungen als mittelmäßig bezeichnet. In der Slowakei und in Tschechien gibt es keine Verzögerungen. Die bisherige Entwicklung der Bestände verlief ohne Probleme bei guten Boden- und Witterungsbedingungen. In Tschechien erwarten Marktkenner aus jetziger Sicht aufgrund der guten Aufwuchsbedingungen sehr gute überdurchschnittliche Erträge. Die Sommergerstenfläche in Ungarn wurde deutlicher reduziert als im Frühjahr angenommen. Negative Informationen über den Aufwuchs gibt es aber nicht.

Generell rechnen Marktteilnehmer in Gebieten mit reichlichen Regenfällen mit erhöhtem Pilzbefall, wenn nicht behandelt wurde. Teilweise konnten die Flächen aufgrund der nassen Böden nicht befahren werden. Offen bleibt auch wie sich die Regenfälle auf den Proteingehalt auswirken werden.

Aufgrund der Bedenken zu Qualitäten und Erträgen bei der Sommergerste in einigen Gebieten Europas und der voraussichtlich kleineren Wintergerstenernte in Frankreich versuchen Mälzer und Händler Ware zu kaufen. Die Verkäuferseite ist aber aufgrund der Unsicherheiten nicht aktiv am Markt. Gerste der Ernte 2015 ist überall gut verkauft. Die Kurse in Europa haben sich aufgrund der besseren Nachfrage Mitte Juni deutlich erhöht: Fob Mosel werden Kurse von 193,00 €/t Basis Juli bezahlt. Bisher lagen die Vorstellungen bei 185,00 €/t. Fob Dänemark liegen die Forderungen Basis Oktober 2016 bei 173,00 €/t und sind auch bezahlt, nachdem die Kurse wochenlang um die Marke von 167,00 €/t pendelten. In Großbritannien liegen die Forderungen noch 1-2 Euro /t über diesen Ideen. Franko Oberrhein werden 205,00 €/t Basis Oktober genannt. Bisher lagen die Kurse hier über einen längeren Zeitraum bei 195,00 bis 197,00€/t.

2. Europabericht Juni 2016 Tabelle u. Zusammenfassung

von Frau Hofnagel, Agrarzeitung zur Verfügung gestellt.

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